Drei.
Jetzt sitzen
wir hier. Mein Chef, meine Ex und ihre Brigade an Mitarbeitern die nichts Besseres
zu tun haben als ihr den knackigen Hintern zu pudern.
Anna. Immer
wenn ich ihren Namen ausspreche oder denke kommt mir dieses ätzende Lied von
der Band Freundeskreis in den Kopf. Na, haben Sie jetzt schon diese beschissene
Melodie im Kopf? „Immer wenn es regnet muss ich an dich denken, wie wir uns
begegnet sind, ich kann mich nicht ablenken. Nass bis auf die Haut, so stand
sie da, A-N-N-A“. Nur echt Kacke dass ich nicht nur an sie denken muss wenn es
regnet, sondern auch dann, wenn ich jeden Tag an unser gemeinsames Leben denken
muss.
Anna ist eine wirkliche Schönheit, war sie nicht immer. Ich
kenne Anna noch als bodenständiges kleines Mädchen das von allen nur Pumuckel
genannt wurde und durch ihre dicke Hornbrille ein wenig wie ein rothaariger
Frosch aussah. Ich fand sie umwerfend. Je älter Anna wurde, desto hübscher
wurde sie. Aus dem rothaarigen Mops wurde im Laufe der Jahre eine 1,78m große,
61kg schwere, langbeinige und langhaarige Schönheit. Ihre roten Haare fallen
ihr bis weit über die Schultern und ihr wippender Gang hat schon den ein oder
anderen Mann und die ein oder andere Frau um den Verstand gebracht. Warum
ausgerechnet dieses Rasseweib meine Frau wurde? Ich vermute aus Dankbarkeit
dass ich sie in der Schulzeit nicht geärgert sondern sie vergöttert habe. Wir
sind bereits im Alter von 14 Jahren zusammen gekommen und irgendwie kam sie aus
der Nummer wohl nicht mehr raus. Und ich war für eine Zeit der wohl
glücklichste Mann der Welt. Tja und dann kam Jasmin. Sie war Annas Assistentin
und ich war mir sehr sicher dass die beiden zwar eine tiefe Freundschaft
verbindet, jedoch nicht dass Jasmin sich nach und nach nicht nur in mein Haus,
nein sondern auch in den Intimbereich meiner Frau einschlich. Lange Rede kurzer
Sinn, seit zwei Jahren teilen sich Anna und Jasmin das Bett in dem ich zuvor
seelig geschlummert habe. Ich erwähnte schon dass ich nicht unbedingt ein
Glückspilz bin?
„Herr Leibich, haben Sie sich alles notiert?“ Mein Chef reißt
mich mit dieser Frage aus meinen Tagträumen. „Arne, wenn ich ehrlich bin du
siehst heute echt nicht gut aus, also… noch beschissener als sonst. Bist du dir
sicher dass du heute den Termin weiter wahrnehmen solltest?“ Was bildet Anna
sich ein? Stellt die grade ernsthaft meine Arbeitsfähigkeit in Frage? „Liebe
Frau LEIBICH, ob und wie ich hier sitze und ob und wie ich hier meine Arbeit
mache, dass lass mal meine Sorge sein. Kannst ja auch deine Assistentin deinen
social media Kram machen lassen. Ach warte, wo ist denn Jasmin überhaupt? Oder
durfte dein Betthäschen heute etwas länger schlafen?“ Mein Chef läuft dunkel
rot an und entschuldigt sich für mein Benehmen. Mehr bekomme ich für heute
nicht mehr mit. Mein Gehirn schaltet sich erst wieder an, als Anna mit ihren
drei Mitarbeiterinnen in ihren 7er BMW steigt und vom Hof braust.
„Was war denn das? Spinnen SIE?“ brüllt mich mein Chef an. Ob
ich spinne? So ganz sicher bin ich mir tatsächlich grade nicht. Warum zum
Henker habe ich diesem Auftrag zugestimmt?
„War das grade Frau Leibich?“ Die fette Dummkuh rollt um die
Ecke. Das hat mir grade noch gefehlt. „Echt? Das war die Leibich? Arne, voll
witzig, die hat ja den selben Nachnamen wie du. Seid ihr verwandt?“ will Martha
wissen. „Martha, dass ist die EX von Arne. Aber kein Wunder, schau dir die mal
an und dann schau dir das da an.“ Hat Helga grade echt „das da“ zu mir gesagt.
So. Es reicht. Ich platze gleich, ich schwöre es. „Und dann? Was hast du dann
davon? Wenn ich dir mal einen Rat geben darf, beruhige dich und melde dich
krank.“ Na super, jetzt schaltete sich das unnütze Ding von Hirn doch wieder
ein. Wollte das nicht einen Schlaganfall haben? Auf nichts ist heute mehr
verlass. Ich brummle etwas in der Richtung „lasst mich doch bloß in Frieden“
und „kümmert euch doch um euren eigenen Schiet“ vor mir her und verkrümele mich
in mein Büro.
Ich öffne mein Mailkonto und sehe sofort die Mail von Anna
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An: arne.leibich@servicemedia.de
Von: leibich@reedereikreuz.com
Betreff: Professionell
Hallo Arne,
ich bin ja wirklich viel von dir
gewohnt aber dass du dich heute dermaßen unprofessionell verhalten musstest. In
Zukunft wünsche ich mir dass du dich zusammen reißt. Ansonsten entziehe ich
eurem Unternehmen den Auftrag.
Mit freundlichen Grüßen
Anna Leibich
CEO Rederei Kreuz
P.S: Ach ja, wir mussten den Hund
einschläfern lassen. Er hat mir in die Prada gepisst
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WAS? Anna, dieses kaltherzige
Miststück hat unseren Hund einschläfern lassen? Unseren treuen Labrador Dackel
Mix Hektor. Ich kann mich nur wiederholen, heute ist ein richtig, richtig
beschissener Tag.
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