Selbstzweifel und Mombashing

Tatsächlich habe ich lange überlegt ob ich diesen Post überhaupt schreiben sollte. Ins Besondere das Thema Mombashing wird von so vielen Influencern auf Instagram und Facebook durchgekaut, dass ich mich gefragt habe ob jemand wie ich da auch noch ihren Senf zu geben muss.

Doch anscheinend beschäftigt so viele Mamas genau dieses Thema. Mombashing bezeichnet das (ungefragte) kritisieren einer Mutter durch eine (meistens) andere Mutter. Dies nimmt zum Teil Ausmaße an, welche an Mobbing angrenzen oder sogar in diesem endet.
Bis vor ein paar Tagen war ich noch der festen Überzeugung, dass das Mombashing fast ausschließlich im Internet auf den sozialen Medien zu finden sei.
Oftmals sind mir bereites Fotos von Müttern aufgefallen, welche glücklich ein Alltagsszene ihrer Familie darstellt. Ein schönes Bild mit glücklich aussehenden Menschen. Doch die Kommentare unter diesem Bild haben mich schaudern lassen: "Wenn das meine Familie wäre, dann hätte ich wenigstens das Gesicht des Kindes unkenntlich gemacht." "Im Hintergrund sieht man, wie der Fernseher läuft, das geht ja mal gar nicht!" "Also so würde ich mich ja niemals im Internet präsentieren."
Dies sind noch die harmlosesten Kommentare. Ich frage mich jedoch, warum eine Mama einer anderen Mama ihre Meinung aufdrücken möchte. Es sollte doch eigentlich jedem selbst überlassen sein, ob und wie man sich im Internet präsentiert oder ob man den Fernseher laufen lässt. Ich finde, man sollte zunächst vor der eigenen Haustür kehren bevor man den Besen vor fremde Türen stellt.
Doch die Anonymität des Internets lässt einen hemmungslos seine Meinung austeilen. Das Witzige ist jedoch, trifft man diese Personen persönlich, würden sie dir niemals ihre Meinung so ungefiltert ins Gesicht sagen.
Leider musste ich jedoch heute bei einer Diskussion unter Müttern per WhatsApp und bereits mehrfach am eigenen Leib erfahren, dass Mombashing selbst in der eigenen Familie auftritt.
Häufig wird in diesem Zusammenhang die Mutter des Kindsvaters erwähnt.

Also "die Schwiegermutter".

Nichts scheint der Schwiegermutter gut genug zu sein. Der Haushalt könnte gepflegter, der Garten ordentlicher, das Kind sauberer und wohlerzogener sein. Der Mann könnte besser ernährt und versorgt werden und überhaupt macht man als Mutter ja doch alles falsch.

Als unsere Tochter auf die Welt kam habe ich viel in der Kritik gestanden und stehe es heute noch. Ich habe in den Augen meiner Schwiegermutter so ziemlich alles falsch gemacht und werde es wohl auch immer falsch machen. Denn ich mache es eben anders, nicht so wie sie es in den 80er Jahren getan hat.
Ich zweifelte und zweifele an mir, als Mutter, als Ehefrau, als Ego.
Mache ich alles richtig? Wird unsere Tochter irgendwann auf ihre Kindheit zurückblicken und sagen: "ich hatte eine tolle Kindheit." Werde ich meinem Ehemann gerecht? Wie soll ich nur Job, Baby und Haushalt unter eine Decke bekommen? Wie kann ich, ich bleiben?
Diese Fragen und Selbstzweifel werden durch das Mombashing in der eigenen Familie nicht leichter, ganz im Gegenteil.
Und ich will ehrlich sein, so wie man in 1980 erzogen hat, das entspricht einfach nicht dem, was ich meiner Tochter heute wünschen möchte.
Ich werde sie nicht schreien lassen, ich werde sie (wenn nötig) auch noch zum Altar tragen, mir ist es egal ob sie eine dreckige Hose anhat, denn ich weiß dass sie am Morgen noch sauber war.
Mein Haushalt ist streckenweise das reinste Chaos! Dafür hatte unsere Tochter einen wundervollen Tag mit ihrer Mama, die keine Zeit dafür verschwenden wollte, Staub zu wischen.

Sobald man Mama oder Papa wird beginnen die Selbstzweifel und die Kritik an dir und deinen Erziehungsmethoden.

Aber lass dir gesagt sein:

DU bist der richtige Elternteil für DEIN Kind. DU bist gut so wie DU bist. Hör auf dir einreden zu lassen dass deine Erziehung "falsch" sei. Wenn du dein Kind liebst, es umsorgst, es versorgst, ja genau dann, dann kann es gar nicht falsch sein. Denn zu lieben ist niemals falsch!

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